YouTube, der Alleinherrscher

KingOfDog

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Seit YouTube 2005 gegründet wurde, hat sich die Plattform stark verändert. Aus Katzenvideos wurden hochaufwendige Produktionen mit Kinokameras für mehrere Zehntausend Euros. Jedoch besitzt YouTube auch seine Schattenseiten - und die treffen vor allem die kleinen YouTuber, die im Gegensatz zu den großen Berühmtheiten noch genau das tun, was eigentlich mal das Motto von YouTube war: "Broadcast Yourself".

YouTube - die Heimat des Webvideo für jedermann. Man braucht lediglich ein Google-Konto, um YouTube nutzen zu können und eigene Videos hochzuladen, die jeder andere Mensch auf der Welt mit Internetzugang sehen kann. Dafür müssen sie allerdings erst einmal gefunden werden! Und das ist ein großes Problem von der Plattform. Die Großen werden immer größer und erreichen utopische Zuschauerschaften mit bis zu 50 Millionen Abonnenten. Auf der anderen Seite stehen die Kleinen, die, die noch Leidenschaft haben und Herzblut in ihre Videos stecken. Sie mögen vielleicht ein kleines Budget zur Verfügung haben - oder auch gar keins - aber ihre Ergebnisse können sich sehen lassen.

Oder auch nicht... - Reichweite & Abonnenten

Denn wie erreicht man als kleiner YouTuber mit vielleicht höchstens 500 Abonnten bitte neue Zuschauer? Man gelangt schwer auf die oberen Plätze in den Suchergebnissen. Noch schwieriger wirds natürlich auf die für jeden personalisierte Startseite zu kommen. Denn: je mehr Videos man von einem bestimmten Creator anklickt, desto mehr seiner Videos bekommt man angezeigt. Also eigentlich eine Filterblase! Und in die Trends zu kommen kann man natürlich komplett vergessen. Geschweige denn, man möchte das überhaupt... Weil mit den Trends kommen auch diese Zuschauer, die eigentlich gar nicht am eigenen Content interessiert sind, manchmal auch als Hater bezeichnet. Sie hinterlassen einerseits harmlose Kommentare wie "Erster!", "Schaut mal auf meinem Kanal vorbei!" oder "Wollt ihr meine Bilder auf Instagram sehen?", auf der anderen Seite aber auch beleidigende, mit Hass erfüllte Kommentare. Diese sind vor allem für kleine YouTuber, die natürlich noch nicht so ein dickes Fell gegen Hate-Speech entwickelt haben, sehr verletztend.

Es wird noch schwieriger...

Hinzu kommt noch, dass YouTube scheinbar kleinen, unabhängigen Creators den Weg noch mehr erschweren will. Hier folgen ein paar Beispiele.

Nicht monetarisierbare Videos

Dieses Problem betrifft zwar auch größere YouTuber, aber diese sollten in den meisten Fällen bereits andere Standbeine als die YouTube-Werbeeinnahmen, die schon seit längerer Zeit nicht wirklich groß sind, aufgebaut haben. Sei es nun Merch, Produktlinien, Musik, Spiele oder anderes. Natürlich lässt sich da über die Qualität dieser Dinge streiten und auch, man muss aber in allen Fällen beachten, dass kleine YouTuber gar nicht die Möglichkeit haben, sich solche Alternativen aufzubauen. Dafür braucht man nämlich erstmal Reichweite und eine gewisse Anzahl an Zuschauern und über dieses Thema haben wir oben bereits gesprochen. Also, zurück zur Werbung auf YouTube. Wie schon gesagt, ist die Monetarisierung für leidenschaftliche Hobby-YouTuber das A und O, ob sie weiterhin guten, originellen Content erstellen können. Irgendwie muss sich der YouTuber neues Equipment kaufen und seinen Kaffee bezahlen. Eventuell hat er zusätzlich noch einen regulären Job, jedoch investiert er so viel Zeit in seinen Kanal, dass er freiwillig auf seinen Schlaf verzichtet. Oder schlimmeres. Und dafür ist es nur Gerecht eine Gegenleistung zu bekommen. Einerseits sind jedoch die Werbeeinnahmen auf YouTube sehr gering. Das liegt daran, dass viele Firmen bemerkt hatten, wie ihre Werbung teilweise vor Videos mit Gewaltszenen gezeigt wird. Daher wurde und wird teilweise immer noch YouTube von den Werbetreibenden boykottiert, was in noch geringeren Werbeeinnahmen für die eigentlichen Creator resultiert. Von den früher einmal ein Euro pro 1000 Klicks sind wir mittlerweile weit entfernt. Zusätzlich werden massenhaft Videos als "nicht werbefreundlich" eingestuft. Dadurch haben es News-Kanäle, Gaming-YouTuber und ähnliches noch schwerer Geld zu verdienen, da sie eventuell von Gewalt berichten oder gewaltenthaltende Spiele let's playen. Gleichzeitig werden auch immer mehr Videos "geflaggt", die eigentlich nicht werbeunfreundlich sind. Dagegen Beschwerde einlegen können nur Kanäle mit mehr als 1000 Abonnenten - und die zu erreichen kann schon mal Ewigkeiten dauern.

Angeblich verstoßende Community-Richtlinien

Dieser Teil basiert auf persönlichen, aktuellen Erfahrungen!

Heute um 12:34 Uhr kam diese E-Mail in meinem Postfach an:

Solche Meldungen über angebliche Verstöße gegen Community-Richtlinien dienen nicht gerade der Motivation

Ich habe für ein Video über die Programmiersprache "Perl", das aus meiner Sicht der Dinge und aus der von einigen Freunden und Bekannten, gegen keinerlei YouTube-Community-Richtlinie oder Gesetz verstößt, eine Verwarnung auf meinem Kanal erhalten. Damit habe ich nun keine Möglichkeit mehr, mit meinem YouTube-Kanal Livestreams zu veranstalten. Völlig unverständlich für mich als YouTuber. Es gibt keinerlei genaue Angabe, was genau mit dem Video nicht in Ordnung ist oder was gegen die Richtlinien verstoßen haben soll. Aber trotzdem musste ich beim nächsten Login die Beschwerde bestätigen, um mein Konto weiter regulär zum Videoschauen nutzen zu können - auch wenn ich ganz und gar nicht mit dem Verstoß einverstanden war und immer noch nicht bin. Mir bleibt lediglich die Möglichkeit, Beschwerde einzulegen und - abzuwarten. Bis das YouTube-Team auf meine Beschwerde reagiert. Was ich natürlich auch bereits getan habe.

Update 27. August 2017

Mittlerweile habe ich glücklicherweise eine Antwort von YouTube erhalten und es war mir möglich, das Video wieder online zu bringen. Ich verstehe immer noch nicht den eigentlichen Grund der Sperrung, aber egal...

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